002. Marokko - mit Ferdinand Knapp

Shownotes

In dieser Folge schauen wir nach Marokko. Ein Land das nicht einfach nur „zwischen Europa und Afrika“ existiert. Es ist viel mehr ein Knotenpunkt: zwischen Mittelmeer und Sahara, zwischen Amazigh-Traditionen und arabischer Welt, zwischen französischem Erbe und eigener Monarchie – und politisch gesehen zwischen Reformversprechen und harter Realität. Während Marokko nach außen Stabilität ausstrahlt, brodeln im Inneren Fragen: Wer profitiert? Wer bleibt zurück? Und wie viel Wandel passt in ein System, das um einen König gebaut ist?

Zwischen diesem Spannungsfeld aus Tradition, Macht und einer ungewissen Zukunft wird diese Folge wieder zum Schauplatz für das Quiz mit Gast: Zwei Grad daneben - Leon Salzmann gegen Ferdinand Knapp - Er ist Journalist, lebt zwischen Berlin und Brüssel und wird bald als journalistisches Talent über die ganz großen Fälle berichten.

Transkript anzeigen

00:00:09: Echt und umgeseizen, der Podcast von Leon Salzmann.

00:00:13: Ein Land mit geballter Geschichte, Politik und Kultur.

00:00:18: In dieser Folge schauen wir nach Marokko.

00:00:20: Ein Land, das nicht einfach nur zwischen Europa und Afrika existiert.

00:00:26: Es ist vielmehr

00:00:27: ein Knotenpunkt.

00:00:28: Zwischen Mittelmeer und Sahara, zwischen Amazik-Traditionen und arabischer Welt, zwischen französischem Erbe und eigener Monarchie und politisch gesehen zwischen Reformversprechen und harte Realität.

00:00:42: Während Marokko nach außen Stabilität ausstrahlt, brodeln im Inneren Fragen.

00:00:48: Wer profitiert?

00:00:50: Wer bleibt zurück?

00:00:51: Und wie viel Wandel passt in ein System, das um einen König gebaut ist?

00:00:57: Zwischen diesem Spannungsfeld aus Tradition, Macht und einer ungewissen Zukunft wird diese Folge wieder zum Schauplatz wie das Quiz mit Gast.

00:01:07: Zwei Gratter neben, Leon Salzmann gegen Ferdinand knapp.

00:01:11: Er ist Journalist, lebt zwischen Berlin und Brüssel und wird bald als journalistisches Talent über die ganz großen Fälle berichten.

00:01:20: Und jetzt viel Spaß mit dieser Folge.

00:01:22: Mehr Wissen passt in keine halbe Stunde.

00:01:25: Glaubt uns einfach.

00:01:35: Die geschichtliche Zeitreise durch Marokko führt uns durch viele Welten.

00:01:39: Schiffe, die an Küsten anlegen, Reiterherren aus der Wüste, Karawannen gefüllt mit Salz und Gold.

00:01:45: Und Dynastien, die kommen, herrschen und danach einfach von der Bildfläche verschwinden.

00:01:51: Die Geschichte Marokkos beginnt lange, bevor es überhaupt Schriftquellen oder Staaten gibt.

00:01:56: Irgendwo zwischen der Atlantikküste und dem Atlasvorgebirge.

00:02:00: Da steht er.

00:02:02: Ein Mensch.

00:02:03: Der sogenannte Humusabiens, nämlich.

00:02:05: Und ja, er steht wirklich, denn das zeichnet ihn in seiner Art aus.

00:02:10: Seinen aufrechten Gang.

00:02:12: Aber auch sein hochentwickeltes Gehirn und die Fähigkeit, abstrakt zu denken und sozial zu interagieren.

00:02:18: In der Hand hält er nicht etwa eine Keule, sondern etwas, das wirklich Sinn ergibt.

00:02:23: Beispielsweise ein Speer, dessen Spitze entweder aus gehärtetem Holz oder einem Steinblatt besteht.

00:02:29: Um die Hüfte hängt eine kleine Tasche aus Leder oder geflochtener Pflanzenfaser.

00:02:34: Außerdem trägt er einen Umhang aus gegärbter Tierhaut.

00:02:38: Keine zottelige Decke, sondern etwas, das sichtbar bearbeitet wurde.

00:02:42: Die Kanten sind geklettert, hier und da auch gepflegt.

00:02:45: Die Luft riecht nach Staub.

00:02:47: Man spürt einen kühlen Wind im Schatten.

00:02:51: Eine kleine Gruppe Menschen geht an diesem heißen Sommertag langsam voran.

00:02:56: Sie sprechen nicht.

00:02:57: Allerdings zeigen sie sich Zeichen mit den Händen.

00:03:00: Sie bleiben immer wieder stehen und hören auf Vögel und achten auf jedes Geräusch.

00:03:05: Dann bewegt sich etwas.

00:03:08: Ein Busch zittert und minimal zeigt sich das Ohr einer Garzelle dahinter.

00:03:13: Zwei Jäger nehmen ihre Sperre fester in die Hand.

00:03:16: Sie machen sich bereit und gehen leicht geduckt durch die Kargesteppenlandschaft.

00:03:22: Jeder setzt Schritt für Schritt und ganz vorsichtig seine Füße voreinander.

00:03:28: Ein Teil der anderen Gruppe geht weit außen herum.

00:03:31: Sie laufen etwas erhöht über Geroll und bleiben hinter Büschen und Steinen versteckt.

00:03:36: Man sieht sie nur ganz kurz, dann verschwinden sie wieder.

00:03:40: Entscheidend wird die Senke, in der sich die Zellen befinden, ausgenutzt.

00:03:44: Plötzlich zucken die Köpfe der Tiere hoch.

00:03:47: Sie haben eine Bewegung bemerkt.

00:03:49: Sie spielen mit den Ohren.

00:03:50: Aus dem Nichts springen sie los.

00:03:52: Sie rennen in eine Richtung, die wie ein freier Weg aussieht.

00:03:55: Doch da warten allerdings die zwei Jäger, bereit, mit ihren Spitzensperren zu schmeißen.

00:04:01: Einer atmet tief ein und wieder aus und wirft.

00:04:05: Der Sperr fliegt und schlägt ein.

00:04:08: Das Tier stolpert und liegt nur noch reglos auf dem Boden.

00:04:11: So oder so ähnlich hat sich das früher zugetragen.

00:04:15: Doch was hat das jetzt eigentlich mit Marokko zu tun?

00:04:17: Na ja, gar nichts und doch sehr viel.

00:04:20: Bedeutende Fundstellen zeigen, dass Nordwestafrika kein Randgebiet, sondern ein Raum war, in dem sich frühe Menschenformen bewegen, jagen und Werkzeuge herstellen und sich an wechselnde Klimazonen anpassen.

00:04:33: Nach aktuellem Forschungsstand hat sich in Marokko der Humusabiens vor etwa dreihunderttausend Jahren bewegt.

00:04:39: Wo?

00:04:39: Sielfunde aus einer marokanischen, archäologischen Höhle stützen diese Vermutung.

00:04:45: Aus dieser langen Vorzeit wachsen die Wurzeln dessen, was wir später als Amasir-Kulturen erkennen.

00:04:51: Amasir, das ist nicht ein Volk wie ein einzelner Stamm mit einer einzigen Sprache, das sind eher Gemeinschaften.

00:04:58: Unterschiedliche Gruppen, verschiedene Regionen und Dialekte, die trotzdem in einer gemeinsamen Sprachfamilie zusammenhängen.

00:05:05: Oft hört man auch den Begriff Berber.

00:05:07: Ein älterer Fremdname, der historisch von außen auf die Menschen Nordafrikas quasi geklebt wurde.

00:05:14: Berber bedeutet nämlich vom griechischen abgeleitet Baba.

00:05:18: Viele verwenden daher heute lieber Amasier als Selbstbezeichnung.

00:05:22: Häufig wird das mit der Bedeutung freier Menschen erklärt.

00:05:26: Die Amasiergemeinschaften leben seit Jahrtausenden in Regionen wie beispielsweise Marokko, Algerien und Tunesien.

00:05:34: Und in dieser Welt entstehen lokale Machtstrukturen, lange bevor es moderne Staaten gibt.

00:05:40: Macht entsteht also da, wo vor allem Ressourcen kontrollierbar sind.

00:05:45: Wasserstellen, Pässe, fruchtbare Ebenen und später Hefen und Karawarenwege.

00:05:52: Wenn man den Blick jetzt Richtung Atlantik und Mittelmeer richtet, an die Küstenlinien des heutigen Marokkos entlang, dann taucht am Horizont etwas auf.

00:06:01: Zunächst sieht man nur einen Ausguck.

00:06:03: Dann große Segel und dann ganze Schiffe.

00:06:07: Aber noch nicht die Sorte Kanonenboot-Diplomatie, es sind tatsächlich Händler.

00:06:12: Lange bevor irgendein Imperium hier sein Banner in den Boden rammt, behandeln Menschen das Meer wie eine Straße.

00:06:18: Erst phonetische und dann katagische Schiffe.

00:06:21: Sie kommen nicht um das Land zu besitzen, sondern um es zu verbinden.

00:06:26: Mit Stützpunkten, Handelsposten und Lagerhäusern.

00:06:31: Was sie suchen, ist natürlich wertvoll.

00:06:33: Metalle aus dem Hinterland, kostbar genug, um Wege zu bauen.

00:06:36: Und vor allem Salz.

00:06:38: Das Gewürz, das früher noch mehr Bedeutung hatte als im Vergleich zu heute.

00:06:42: Nämlich Nahrung haltbar zu machen und dadurch ganze Armeen versorgen zu können.

00:06:47: Aber auch Luxusgüter wie Purpur.

00:06:49: Vor allem aber suchen die neuen Gäste Hefen, Buchten, Einfahrtenplätze, an denen waren und Nachrichten dem Besitzer wechseln.

00:06:58: Und dann kommt Rom.

00:07:00: Durch die Römer verändert sich der Tonfall.

00:07:03: Aus Handel wird Verwaltung, aus Ankerplätzen werden Straßen, Grenzlinien und Steuern.

00:07:08: Im Norden des heutigen Marokkos entsteht die römische Provinz Mauritania-Tingitana.

00:07:14: Unter Kaiser Claudius wird das Gebiet ab zweiundvierzig nach Christus als Provinz organisiert.

00:07:20: Die Römer hatten im heutigen Nordmarokko vor allem strategische und wirtschaftliche Interessen.

00:07:25: Rom bringt also Ordnung rein.

00:07:27: Zumindest dort, wo Ordnung sich lohnt.

00:07:30: Das ist nämlich vor allem entlang der Küste und an fruchtbaren Ebenen der Fall.

00:07:35: An gut kontrollierbaren Achsen ist das sehr interessant.

00:07:38: Hier wird gebaut, vermessen und an Steuern eingezogen, was das Zeug hält.

00:07:43: Aber diese römische Präsenz ist nie gleichmäßig.

00:07:46: Sie ist stark, wo sie sich halten kann und dünn, wo das Land widerspenstig wird.

00:07:51: Denn Marokko ist nicht einfach eine Provinz, sondern ein Gefläch aus Küstebergen und Ebenen.

00:07:56: Und jenseits der gut kontrollierbaren Zonen bleibt vieles de facto in lokalen Händen, also in den Bergen.

00:08:03: Brum ist oft eher ein Küstenlicht.

00:08:06: Sichtbar, aber nicht überall, vor allem nicht im Landesinnern.

00:08:10: Als das weströmische Reich im fünften Jahrhundert schwächer wird, wirkt selbst Mauritania-Tingitana plötzlich nicht mehr wie ein Teil eines riesigen Körpers, sondern wie ein entfernte Außenposten, der sich fragen muss, wem er eigentlich noch gehört.

00:08:25: Nordafrika bewegt sich, vandalische Eroberungen verschieben Machtachsen.

00:08:29: Später gibt es bizantische Versuche, die Ordnung teilweise wieder herzustellen.

00:08:34: Doch all das fühlt sich im Vergleich zu dem, was als Nächstes kommt, fast an wie ein Zwischenkapitel.

00:08:39: Denn die wirklich tiefgreifende Veränderung steht noch bevor.

00:08:43: Der entscheidende Wendepunkt kommt mit der islamischen Expansion im siebten und achten Jahrhundert.

00:08:48: Mit ihr verändert sich nicht nur die religiöse Landschaft, sondern auch die politische.

00:08:53: Neue Zentren entstehen, neue Eliten kommen hervor und neue Verbindungen in den größeren Raum der islamischen Welt werden geknüpft.

00:09:01: Doch Marokko wird nicht einfach übernommen.

00:09:04: Es ist ein Prozess, der über Jahre hinweg andauert.

00:09:07: Aus dieser frühen islamischen Zeit tragt ein Name ganz besonders heraus, Idris.

00:09:12: Ende des achten Jahrhunderts gelingt es, Idris dem Ersten im Land Fuß zu fassen und eine Herrschaft aufzubauen, die als erste langlebige Dynastie gilt.

00:09:21: Mit den Idrisiden beginnt eine Phase, in der sich so etwas wie eine marokkanische Staatlichkeit herausbildet.

00:09:27: Besonders prägend wird dabei die Stadt Fes.

00:09:30: Unter Idris dem Zweiten entwickelt sie sich zu einem politischen, wirtschaftlichen und religiösen Zentrum.

00:09:36: Jahrhunderte später verschiebt sich der Schwerpunkt allerdings erneut und damit beginnt eine der großen Zeiten marokkanischer Machtentfaltung.

00:09:44: Im elften Jahrhundert treten die Almoraviden auf dem Plan.

00:09:48: Aus religiöser Erneuerungsbewegung und militärischer Organisation entsteht ein Reich, das nicht nur Marokko einigt, sondern weit über die Region hinaus wirkt.

00:09:57: Auch entsteht in diesem Jahrhundert ein weiterer Name.

00:10:00: In den Tausendsechzigerjahren wird die Stadt Marrakesch als Hauptstadt gegründet.

00:10:05: Nach mehreren darauf folgenden Dynastiewechseln, die Kultur und Politik prägen, endet dieses hin und her im seventejahrhundert mit dem Aufstieg der Alaviden.

00:10:15: Ihre Macht wächst aus dem Süden heraus.

00:10:17: Sie konsolidieren Herrschaft, stabilisieren Strukturen und schaffen ein dynastisches Fundament, das Marokko bis heute prägt.

00:10:26: Während in vielen Regionen Dynastien kommen und gehen, bleibt in Marokko die Monarchie unter allervidischer Führung ein langfristiger Stabilitätsanker.

00:10:35: Eine der größten Einschnitte der modernen Geschichte folgt dann im frühen zwanzigsten Jahrhundert.

00:10:41: Ninzehundertzwölf wird Marokko durch den Vertrag von Fest zum französischen Protektorat.

00:10:46: Marokko verliert seine Unabhängigkeit.

00:10:49: Frankreich kontrolliert den Großteil des Zentrums, während Spanien den Norden und den äußersten Süden besetzt.

00:10:55: Auch Marokkos Außenpolitik, Militär und Justiz wird von Paris gesteuert.

00:11:00: Koloniale Modernisierung und Kolonialerausbeutung laufen parallel.

00:11:05: So sichert sich Frankreich beispielsweise wertvolle Ressourcen wie Phosphat und andere Mineralien.

00:11:11: Französisch wird als Verwaltungs- und Bildungssprache etabliert und ist bis heute eine der wichtigsten Sprachen der städtischen Elite.

00:11:19: Ganz ohne Groll und Gegenwehr findet das Ganze allerdings nicht statt.

00:11:23: Denn aus dem Spannungsverhältnis wächst der Nationalismus.

00:11:27: Besonders eindringlich zeigt sich der Widerstand im Riffkrieg in den neunzehntzwanziger Jahren.

00:11:32: Hier toben besonders im Norden heftige Kämpfe gegen die spanischen und französischen Besatzer.

00:11:38: Erst neunzehntzechsohnfünfzig erlangt das Land nach anhaltenden Protesten und Aufständen seine volle Unabhängigkeit zurück.

00:11:45: Frankreich erkennt die Unabhängigkeit an und auch die spanische Nordzone wird in das unabhängige Marokko integriert.

00:11:52: Teile der Sahara bleiben allerdings umstritten.

00:11:55: Nach der Unabhängigkeit in den letzten Jahren beginnt für Marokko eine Phase des Staatsaufbaus, die von der Festigung der Monarchie und dem mühsamen Umgang mit dem kolonialen Erbe geprägt ist.

00:12:06: Diese Jahre sind die Geburtsstunde des modernen Marokkanischen Staates, mit all den Aufgaben, die daraus folgen, Institutionen aufbauen, Regionen verbinden und internationale Beziehungen neu definieren.

00:12:21: Wir reden immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßigen Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßes Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßes Monarchie, aus der wir uns immer noch von einer verfassungsmäßes Monarchie, aus der wir uns immer.

00:12:49: Es gibt starke gesellschaftliche Spannungen und eine Opposition, die echte Mitsprache fordert.

00:12:55: Assan II.

00:12:56: reagiert darauf vor allem mit Unterdrückung der Opposition.

00:12:59: Die entscheidenden Fäden laufen im Palace zusammen.

00:13:03: Institutionen existieren zwar, aber die Monarchie bleibt der dominante Akteur.

00:13:09: In dieser Phase entsteht der Begriff bleiernde Jahre, weil der Staat politische Gegner häufig unter Druck setzt, überwacht, inhaftiert oder zum Schweigen bringt.

00:13:20: Es folgen Putschversuche.

00:13:22: Fast zeitgleich wächst eine Frage zur dominierenden nationalen und außenpolitischen Herausforderung heran.

00:13:28: Die Vesta-Hara.

00:13:38: Kurz darauf regeln die Matriderabkommen den Rückzug Spaniens.

00:13:42: Sie klären allerdings nicht, wie es mit der West-Sahara weitergeht.

00:13:56: Wenn im Westen über Nordafrika gesprochen wird, fällt bei einem Land fast immer dasselbe Wort.

00:14:02: Stabilität.

00:14:03: Während Länder wie Libyen als zerfallen gelten und selbst Ägypten immer wieder mit politischer Instabilität zu kämpfen hat, gilt Marokko als verlässlicher Partner und das auch gern klar westlich orientiert.

00:14:16: Die USA und die Europäische Union sehen Marokko als einen der stabilsten Staaten der Region.

00:14:22: Diese Wahrnehmung speist sich nicht nur aus diplomatischer Nähe, sondern auch aus einem politischen System, das seit Jahrzehnten auf Kontrolle, Kontinuität und klare Machtverhältnisse setzt.

00:14:33: Besonders sichtbar wurde das im Jahr zehntelf als der arabische Frühling große Teile der arabischen Welt erschüttert.

00:14:40: Während anderswo Regime fallen wie in Ägypten und Tunesien oder Bürgerkriege beginnen, erlebt Marokko vergleichsweise wenige Verwerfungen.

00:14:48: Eine breite Protestbewegung zehntelf bekannt als dass die zwanzigste Februar-Bewegung geht auf die Straße und fordert mehr Demokratie, weniger Korruption und bessere soziale Perspektiven.

00:15:00: König Mohammed VI reagiert mit einem schnellen Reformkurs und lässt eine neue Verfassung ausarbeiten, die Institutionen formal stärkt und am Asier als Amtssprache anerkennt, während die Monarchie zentrale Machtbereiche wie Sicherheit und Religion beibehält.

00:15:17: Gleichzeitig kommt es immer wieder zu harter Polizeigewalt und Festnahmen.

00:15:22: Am Ende gibt es einen kontrollierten Wandel.

00:15:25: Vorgezogene Wahlen, die PJD wird stärkste Kraft und stellt die Regierung doch die entscheidenden Hebel, bleiben weiterhin beim König.

00:15:34: Seitdem wird im Land intensiv diskutiert, wie tief diese Reformen tatsächlich reichen.

00:15:40: Manch ein Beobachter sagt, die Form hat sich verändert.

00:15:44: Der Kern der Macht jedoch kaum.

00:15:47: Die Stabilität in Marokko ist kein Zufall.

00:15:49: Sie ist das Ergebnis einer sehr spezifischen politischen Architektur.

00:15:54: Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, hatten wir bereits im Geschichtsteil geklärt.

00:15:59: Und darin gibt es ein Parlament, es gibt Wahlen, es gibt auch eine Regierung.

00:16:04: Aber anders als in vielen europäischen Monarchien ist der König hier keine repräsentative Figur.

00:16:09: Er ist der zentrale Macht- und Legitimationsanker des Staates.

00:16:13: Während etwa ein Großbritannien der König vor allem symbolische Funktionen erfüllt, ist die Rolle des marokkanischen Monarchen politisch, militärisch und religiös.

00:16:23: Zugleich.

00:16:24: Der König verfügt über weitreichende Kompetenzen, das haben wir geklärt.

00:16:28: Er kann per Dekret in die Arbeit der Regierung eingreifen, das Parlament auflösen und Neuwahlen anordnen.

00:16:34: Er kann den Ausnahmezustand verhängen und ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

00:16:40: Außerdem steht er dem hohen Rat der Justiz vor.

00:16:43: Zwei ist die Justiz laut Verfassung unabhängig, doch der Einfluss des Königs bleibt erheblich, da er an zentralen Ernennungen beteiligt ist.

00:16:52: Dazu kommt eine weitere, besondere, wichtige Dimension.

00:16:56: Der König ist zugleich der geistliche Führer des Landes, der Befehlshaber der Kläubigen sozusagen.

00:17:03: Diese religiöse Rolle verleiht seiner politischen Macht eine zusätzliche Legitimation.

00:17:09: In diesem System regiert die Regierung den Alltag, während der König an den strategischen Schaltern sitzt.

00:17:16: Grundlegende Fragen der Außenpolitik, der Sicherheit und der nationalen Einheit laufen über Gremien unter königlichem Vorsitz.

00:17:24: Die politische Macht ist also nicht chaotisch verteilt, sondern bewusst konzentriert.

00:17:30: Aktuell wird Marokko von Premierminister Aziz Achhanoush geführt, der seit Jahrzehnteinundzwanzig im Amt ist.

00:17:38: Seine Regierung organisiert Wirtschaft, Haushalt und Sozialpolitik.

00:17:42: Doch auch hier gilt, die wirklich sensiblen Themen, Sicherheit militärer Außenpolitik, bleiben eng an das Königshaus gebunden.

00:17:50: Unter der Oberfläche der Stabilität gibt es dennoch spürbare Spannungen.

00:17:54: Viele Menschen nehmen Korruption und Fetternwirtschaft als strukturelles Problem wahr.

00:18:00: Junge Menschen kämpfen mit Arbeitslosigkeit, steigenden Lebenshaltungskosten und Wohnungsnot.

00:18:06: Außerdem gibt es starke regionale Unterschiede.

00:18:09: Wie schon im Geschichtsteil macht der Ort den Unterschied.

00:18:13: Während Küstenregionen wirtschaftlich profitieren, fühlen sich das Atlas-Gebirge oder das Riff oft abgehängt.

00:18:20: Im Oktober-Zweißen sind landesweit junge Menschen auf die Straßen gegangen.

00:18:25: Die Proteste sind so weit eskaliert, dass teilweise Steine geworfen, Autos gebrannt und der Staat mit massiver Polizeipräsenz dagegenhalten musste.

00:18:34: Laut Berichten war der Auslöser ein Schockmoment aus dem Gesundheitswesen.

00:18:38: In Agadir sterben im September acht Frauen nach Kaiserschnitt-Eingriffen.

00:18:43: Daraus entsteht eine Protestwelle.

00:18:45: Es geht um eine bessere öffentliche Versorgung und um soziale Gerechtigkeit.

00:18:50: Die Wut richtet sich dabei nicht nur gegen Missstände, sondern auch gegen politische Prioritäten.

00:18:55: Milliarden fließen in Stadien und Infrastruktur für im Jahr Denn da soll die Fußball-Weltmeisterschaft neben Portugal und Spanien auch in Marokko stattfinden.

00:19:06: Und das, während es in manchen Regionen nicht einmal Krankenhäuser gibt.

00:19:10: Diese Abwägung zwischen Stadien und Krankenhäusern wird zum Symbol.

00:19:14: Und auch das Bildungssystem steht im Zentrum.

00:19:17: Viele Schulen sind marode und Klassen überfüllt.

00:19:20: Wer es sich leisten kann, weicht auf Privatschulen aus.

00:19:23: Wer es nicht kann, bleibt im öffentlichen System hängen.

00:19:27: Experten warnen seit Jahren vor einem Bildungsnotstand mit hohen Abbruchquoten und Analphabetismus unter den jungen Menschen.

00:19:36: In ländlichen Gebieten trifft das häufig besonders Mädchen.

00:19:39: Wohin das führt, ist allerdings noch offen.

00:19:42: Nach den weltweiten Bildern der Gewalt scheint es vorübergehend erst mal ruhiger geworden.

00:19:47: Aber niemand kann seriös sagen, wie lange die Proteste anhalten und wie sie sich dann auch weiterentwickeln könnten.

00:19:54: Außenpolitisch gibt es ein großes Thema.

00:19:57: Wir hatten es auch da schon kurz im Geschichtsteil angerissen.

00:20:01: Ohne dieses Thema kann man Marokko kaum verstehen.

00:20:04: Es ist die Westsahara.

00:20:06: Dieses Gebiet ist für Marokko kein Randkonflikt, sondern ein Kern nationaler Identität.

00:20:11: De facto kontrolliert Marokko heute den größten Teil der Region, während im Süden und Osten noch Gebiete von der Polisario gehalten werden.

00:20:19: Das ist eine paramilitärische Bewegung, die mit Guerillataktiken operiert.

00:20:24: Diese Freiheitsbewegung kämpft für eine unabhängige West-Sahara.

00:20:29: Erst kürzlich, im vergangenen Jahr, hat Marokko's Position neuen Rückenwünnt bekommen.

00:20:35: Der UN-Sicherheitsrat hat den marokkanischen Autonomieplan politisch aufgewertet.

00:20:40: Die Unterstützung bekommt Marokko aus den USA und einigen europäischen Ländern.

00:20:45: Allein im UN-Sicherheitsrat haben elf von fünfzehn Mitgliedern zuletzt für den marokkanischen Autonomieplan gestimmt.

00:20:53: Die Polisario will stattdessen ein Referendum, bei dem Unabhängigkeit eine Option ist, gleichzeitig kritisiert Algeriens UN-Botschafter die Resolution ignoriere Polisario-Vorschläge.

00:21:05: In Marokko dagegen wird die Entscheidung als Signal gefeiert.

00:21:09: Tausende gehen auf die Straßen, es gibt Autokorsos und König Mohamed, der Sechste, spricht im Fernsehen von einer historischen Wende.

00:21:18: Oben drauf ist der einundreißigste Oktober in Marokko.

00:21:20: ab sofort ein historischer Feiertag, weil an diesem Datum der UN-Sicherheitsrat die Resolution verabschiedet hat.

00:21:28: Trotzdem ist das Thema nicht durch.

00:21:30: Die Resolution selbst sagt nämlich nur, dass die Konfliktparteien sich an einen Tisch setzen sollen.

00:21:36: Die Verhandlungen laufen also noch.

00:21:43: Was Marokko sonst noch so ausmacht.

00:21:47: Marokko ist ein Land, das auf Postkarten oft immer gleich aussieht und sich in Wirklichkeit ständig verändert.

00:21:54: Nach außen wirkt es wie ein Erfolgsmodell.

00:21:56: Das Land zieht so viele Touristen an wie nie zuvor.

00:22:01: profiliert sich gezielt über internationale Sportereignisse, richtet den Afrika-Cup aus und bewirbt bereits sichtbar die Fußball-Weltmeisterschaft-Zweißen-Treißig.

00:22:10: Doch wer genauer hinschaut, merkt schnell, Marokko ist kein homogenes Land, sondern ein Mosaik aus sehr unterschiedlichen Räumen, sowohl geografisch wirtschaftlich als auch gesellschaftlich.

00:22:23: Im Norden liegt das Riffgebirge.

00:22:25: Grün, rau, mediterran geprägt mit einer eigenen Geschichte von Widerstand und Maginalisierung.

00:22:32: Das hatten wir ja bereits auch im geschichtlichen Teil.

00:22:35: Im Westen öffnet sich windig der Atlantik.

00:22:38: Der ist also von Hefen, Fischerei und Industrie geprägt.

00:22:41: Städte wie Casablanca pulsieren im Takt von Beton, Verkehr und wirtschaftlicher Dynamik.

00:22:47: Im Zentrum erheben sich die Atlasgebirge.

00:22:50: Mit Dörfern an steilen Hängen, kalten, wintern, staubigen Sommern und Regionen, die lange von Infrastruktur abgeschnitten waren.

00:22:58: Und im Süden schließlich Oasen und ausgetrocknete Flussbetten, bis irgendwann jene Grenze erreicht ist, an der Straßen stiller werden und der Sand lauter.

00:23:09: Diese Vielfalt spiegelt sich auch in der Identität des Landes wieder.

00:23:12: Marokko ist arabisch geprägt.

00:23:15: Allerdings darf man die Amazir-Kultur nicht vergessen.

00:23:18: Die Anerkennung dieser Kultur und Sprache seit Jahrzehntelf war für viele Menschen ein symbolischer wichtiger Schritt, auch wenn gesellschaftliche Gleichstellung damit nicht automatisch erreicht ist.

00:23:29: Im Alltag wechseln sich viele Marokkaner mühelos zwischen arabisch, amazir, französisch und zunehmend auch englisch ab.

00:23:36: Wirtschaftlich ist Marokko deutlich vielseitiger.

00:23:40: als viele es tatsächlich vermuten.

00:23:42: Landwirtschaft, Industrie und Tourismus spielen alle eine große Rolle, ergänzt durch einen starken politischen Willen zur Modernisierung von Energie und Infrastruktur.

00:23:52: Ein besonders sichtbares Symbol ist der Noa-Solar-Komplex.

00:23:56: Mit einer Leistung von rund fivehundert-achtzig Megawatt zählt er zu den größten Solarprojekten der Welt.

00:24:02: Und wird international immer wieder als Vorzeige-Projekt genannt.

00:24:06: Er steht für den Versuch Marokko als Energie- Drehscheibe zwischen Afrika und Europa zu positionieren.

00:24:13: Schließlich gibt es Ereignisse, die nicht aus Politik entstehen, aber Politik und Gesellschaft mit voller Wucht treffen.

00:24:19: Naturkatastrophen.

00:24:21: Das Erdbeben von Agadir im Jahr n.a.

00:24:24: zerstörte nahezu die gesamte Stadt.

00:24:27: Es wurde zu einem nationalen Trauma und zugleich zu einem Symbol für Wiederaufbau und staatliche Neuordnung.

00:24:34: Mehr als sechs Jahrzehnte später zeigte das schwere Erdbeben im Hohen Atlas, und erneut wie verletzlich vor allem ländliche und bergige Regionen sind.

00:24:44: In solchen Momenten werden Solidarität, regionale Ungleichheit, Infrastruktur und staatliche Reaktionsfähigkeit starkartig sichtbar.

00:24:53: Marokko ist also vieles zugleich.

00:24:56: Ein touristisches Erfolgsmodell, ein Land mit ambitionierten Modernisierungsprojekten, ein Staat mit tiefen regionalen und sozialen Unterschieden und eine Gesellschaft, die zwischen Tradition, Kontrolle und Wandel ihren eigenen Weg sucht.

00:25:16: Heute haben wir einen besonderen Gast bei unserem Quiz, Ferdinand Knapp.

00:25:21: Er ist Breaking News Reporter bei Politico in Brüssel und schreibt dort über EU-Politik und die Politik der Mitgliedstaaten.

00:25:30: Zuvor hat er bei der neuen züricher Zeitung und im Bundestag gearbeitet.

00:25:35: Ferdinand und Leon kennen sich bereits.

00:25:38: Die beiden haben an der Universität Regensburg Politikwissenschaften studiert.

00:25:43: Sie werden sich heute dem großen Marokkoquiz stellen.

00:25:46: Zwei Grad daneben, das Quiz mit Leon Salzmann und Ferdinand Knapp.

00:25:56: Hallöchen ihr zwei.

00:25:58: Gute.

00:25:59: Ihr seid ja altbekannte Gesichter, wie geht's euch?

00:26:02: Sehr gut, danke für die Einladung, Leon.

00:26:04: Gerne, gerne.

00:26:05: Fährt ihr dann durch deinen Job bis du ja eigentlich auf viel aufreisen, oder?

00:26:10: Ehrlicherweise nein, ich sitze hier in Brüssel und wir haben ja die ganzen EU-Institutionen hier vor Ort, also Parlament, Kommission, Europäischer Rat war die Woche gerade.

00:26:20: Das heißt, wir machen eigentlich alles von Brüssel aus und wir haben ganz viele Büros verteilt in Europa, in London, in Paris, in Berlin und dann auch noch in Washington ein.

00:26:28: Deswegen muss ich gar nicht so viel auf Reisen gehen tatsächlich.

00:26:31: Aber du bist immer mitten im Geschehen, wenn ich jetzt so gucke, online, was du so postest, Krawalle auch gern mal.

00:26:38: Du warst auch beim Louvre Raub sehr nah dran, ne?

00:26:42: Ja, tatsächlich, das ist so ein Reporter-Gene.

00:26:44: Das muss man irgendwie haben.

00:26:46: Und ich war zufälligerweise genau gerade in den Wochen in Paris, als es passiert ist.

00:26:49: Und bin dann gleich raus und hab geschaut, ob ich die Diebe noch fassen kann.

00:26:53: Dafür war ich zu spät, aber

00:26:55: ich

00:26:56: bin immerhin noch beobachtet, wie dieser Hebel ... Bühne, Wagen wieder abtransportiert wurde.

00:27:02: Das muss man entwickeln in so einem Reporter gehen, dass man einfach zur richtigen Zeit im richtigen Ort ist.

00:27:07: Apropos, warst du denn schon in Marokko?

00:27:09: Ich war noch nie in Marokko, aber ich habe mich die Woche briefen lassen von einem guten marokkanischen Freund.

00:27:14: Und ich hoffe, er hat es gut gemacht, dass ihr mal gleich.

00:27:17: Oh nein, ey, da gibt es doch schon wieder das.

00:27:19: Da ist die Niederlage schon wieder vorprogrammiert.

00:27:23: Abwarten.

00:27:25: Vielleicht habe ich ja dann ein glitzeklein Vorteil, weil ich, ich war nämlich schon in Marokko, Marrakesh habe ich schon gesehen, super schöne, interessante Stadt und ich stand das erste Mal auf dem Surfbrett in Agadir, mehr schlecht als recht, also ich habe mehr so die Wellen geküsst anstatt, dass ich wirklich aktiv auf dem Brett stand, aber ja, ich war schon in Marokko, aber ob das wirklich jetzt hilft, naja.

00:27:47: Dann hast du jetzt die Chance mit deinem Insider-Wissen zu glänzen.

00:27:53: Wir werden sehen.

00:27:54: Bei unserem Quiz gibt's natürlich Spielregeln.

00:27:57: Aber keine Sorge, die sind ganz einfach.

00:27:59: Jeder von euch hat einen Buzzer.

00:28:01: Wer zuerst buzzert, darf antworten.

00:28:04: Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt.

00:28:07: Bei einer falschen Antwort bekommt der andere Spiele eine Chance.

00:28:10: Und wenn beide komplett daneben liegen, dann gibt es keinen Punkt.

00:28:15: Falls es am Ende zum Stechen kommt, beantwortet jeder von euch eine Frage separat.

00:28:21: Und nochmal kurz zur Erklärung.

00:28:23: Beim Quiz geht's auch um Schnelligkeit.

00:28:26: Deshalb habt ihr beide einen Buzzer.

00:28:29: Ja, in der letzten Folge hat Leon leider beim Quiz verloren.

00:28:33: Wie sieht's denn aus?

00:28:35: Leon, hast du deine Wettschulden einlesen können?

00:28:37: Hast du Buzzer erstellt?

00:28:39: Die Buzzer sind nämlich jetzt ein bisschen... Ja, abgeändert.

00:28:42: Ich würd sagen, wir machen gleich mal einen Buzzer-Test.

00:28:45: Äh, der Gast darf anfangen.

00:28:46: Los geht's fertig, drücken auf die Dröte.

00:28:49: Erst ich, ja, und

00:28:50: ... Das ist der rote Knopf.

00:28:54: Benutze ihn verantwortungsvoll.

00:28:56: Der Gast Buzzer, ich komm mit meinem heroischen Buzzer ... ...

00:29:00: im

00:29:00: Namen des

00:29:01: Buzzers.

00:29:02: Sprechen, Reitwort.

00:29:04: Super, die Buzzer stehen.

00:29:06: Und auch in dieser Folge gibt es einen Wetteinsatz.

00:29:09: Der Verlierer muss auf Instagram zugeben, dass der Gewinner schlauer ist als er.

00:29:14: Wie genau ist euch überlassen?

00:29:16: Okay.

00:29:19: Seid ihr bereit fürs große Marokko-Quiz?

00:29:22: Ich bin ganz aufgeregt.

00:29:24: Auf geht's.

00:29:25: Let's go!

00:29:27: Frage eins.

00:29:29: In Marokko gehört ein bestimmtes Getränk so sehr zum Alltag, dass das Ablehnen als unhöflich gilt.

00:29:35: Welches ist es?

00:29:39: Im Namen des Basers.

00:29:41: Sprecht eure Antwort.

00:29:43: Ich weiß es nicht, aber ich habe gelernt, man muss es einfach probieren von Anfang an.

00:29:47: Und ich liebe dieses Getränk und ich hoffe, dass es das ist.

00:29:50: In Marokko wird es sehr, sehr gerne Tee getrunken.

00:29:53: Und es gibt die marokkanische Minze, wächst auch hier bei mir auf dem Balkon.

00:29:58: Und ich glaube, es ist unhöflich, wenn man den Tee ablehnt, und zwar den marokkanischen Tee.

00:30:05: Das ist natürlich richtig.

00:30:07: Sehr gut, Leon.

00:30:09: Ja!

00:30:09: Nimm

00:30:10: das für Erdiland!

00:30:14: Hätte ich gewusst.

00:30:16: Oh!

00:30:17: Yes!

00:30:18: Kurzer Erklärung, in Marokko wird Minztee getrunken.

00:30:22: Die meisten trinken drei bis fünf Gläser pro Tag.

00:30:25: Bei Festen kann das auch mal mehr sein.

00:30:28: Hätte

00:30:28: man drauf kommen können, Mist.

00:30:32: Für die ist es eigentlich quasi wie Kaffee.

00:30:35: Aber kick nicht wie Kaffee, ne?

00:30:37: Nee.

00:30:38: Es sei denn, es ist Schwarztee.

00:30:42: Das ist jetzt erstmal wirklich eine Last, die von meinen Schultern fällt.

00:30:47: Mann, ich bin so am Schwitzen.

00:30:49: Ich weiß nicht, warum ich ein T-Shirt nicht angezogen hab.

00:30:51: Keine Sorge.

00:30:52: Ferdinand, du hast aber noch gute Forcen, das Ding auch noch zu gewinnen.

00:30:57: Die zweite Frage.

00:31:06: Wie lange dauert es ungefähr, einen traditionellen, handgeknüpften Teppich herzustellen?

00:31:17: Das ist der rote Knopf.

00:31:19: Benutze ihn verantwortungsvoll.

00:31:20: Ich

00:31:21: hab keine Ahnung, aber ich muss jetzt schauen, dass ich ausgleichen kann.

00:31:24: Das würde ich sagen zwischen zwölf und sechzehn Monaten.

00:31:29: Mhm.

00:31:31: Leon, du hast noch die Chance.

00:31:33: Was ist deine Antwort dazu?

00:31:34: Okay.

00:31:36: Ja, das ist jetzt dann, ähm, ich würde jetzt einfach mal sagen, vier Tage.

00:31:42: Okay.

00:31:43: Ferdinand, du warst näher dran auf jeden Fall.

00:31:47: Im Durchschnitt dauert das Weben eines traditionellen marokkanischen Teppichs etwa sechs bis neun Monate.

00:31:53: Also war es gar nicht so falsch.

00:31:55: Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren in meiner Türkei war, also sehr, sehr lange her.

00:31:58: als Kind war das, glaube ich.

00:31:59: Und da wurden auch Teppiche gestrickt und die waren wirklich riesig.

00:32:02: Und ich meinte, das muss mindestens so lange dauern.

00:32:05: Aber ich glaube, es ist näher als vier Tage Leon, definitiv.

00:32:09: Ja,

00:32:09: vier Tage war nicht gar nichts.

00:32:12: Scheiße.

00:32:12: Okay,

00:32:14: kommen wir zur dritten Frage.

00:32:38: Okay,

00:32:42: Leon, lass mal hören.

00:32:43: Was denkst du?

00:32:44: Ich sage ... Du sagst zehn Millionen Touristen.

00:32:49: Nee, das kann nicht so viel sein, oder?

00:32:52: Tourismus ist eine der wichtigsten Branchen in Marokko, also abgesehen von der Industrie.

00:32:58: Okay, weißt du was?

00:33:00: Mach ganz frech, ich nehm die zehn Millionen und eins.

00:33:05: Laut des amerikanischen Tourismusministeriums haben im letzten Jahr rund zwanzig Millionen Menschen in Marokko Urlaub gemacht.

00:33:15: Da, da, da, da, da, da, da,

00:33:18: da, da.

00:33:18: Ja, da lag dir leider beide komplett falsch.

00:33:21: Ja, aber ich bin näher dran.

00:33:23: Krieg ich den Punkt?

00:33:24: Ich bin um eins näher dran.

00:33:26: Ach, also bei der zweiten Frage war es ja wirklich drei Monate Unterschied.

00:33:31: Aber da ist es ja wirklich zehn Millionen.

00:33:35: Ist die Moderatorin noch austauschbar?

00:33:39: Da muss ich euch beide leider keinen Punkt geben.

00:33:43: Ja, dritte Frage war Pech für beide, würde ich jetzt mal sagen.

00:33:47: Vierte Frage, das ist jetzt eigentlich so eine bisschen Matchball-Frage, weil es steht gerade Gleichstand.

00:33:55: Leon und Ferdinand, jeweils einen Punkt.

00:33:57: Das heißt, die vierte Frage muss einer von euch jetzt richtig abräumen.

00:34:01: Okay, auf geht's.

00:34:05: Ich fange schon wieder an zu schwitzen.

00:34:07: Für welches bekannte Gewürz ist Marokko bekannt?

00:34:14: Ich weiß nicht, wie es heißt.

00:34:15: Ich hab's vor Augen.

00:34:19: Ähm, ich versuch's.

00:34:22: Das ist der rote Knopf.

00:34:24: Benutze ihn verantwortungsvoll.

00:34:27: Ich würd sagen Kokoma.

00:34:28: Ah, das könnte sein.

00:34:31: Nee, ist es nicht.

00:34:33: Leon, deine Chance?

00:34:35: Ähm, ja, ich hab dadurch, dass du so gerne Kulinarik ... Fragen stellt, habe ich mich vorbereitet.

00:34:42: Aber Gewürz weiß es nicht.

00:34:44: Ich hab das Argarnöl im Kopf.

00:34:47: Das wird da gerne verkauft.

00:34:49: Ich hab Kuskus im Kopf, was ein traditionelles Gericht ist.

00:34:57: Ich kann euch beiden einen kurzen Tipp geben.

00:35:00: Also, das Gewürz ist auch in Kuskus drin.

00:35:04: Aber es ist keine Minze, et cetera, sondern was anderes.

00:35:08: Jetzt

00:35:08: habt ihr noch mal die Chance.

00:35:13: Im geschichtlichen Teil habe ich vorgestellt, dass Salz total gerne verkauft wird und dass deswegen Marokko sehr beliebt war für, ich sage jetzt mal, Außenstehende die Phönetia und die Katana als die dann damals in der Antike.

00:35:28: Da hingekommen sind, deswegen sage ich jetzt einfach mal Salz.

00:35:31: Sehr wichtiges Gewürz.

00:35:34: Okay, Leute, ich muss euch erlösen.

00:35:36: Scheiße.

00:35:37: Marokko ist besonders bekannt für Safran.

00:35:41: Vor allem der Safran aus der Region Taliouin geht als hochwertig und wird oft als rotes Gold Marokkos bezeichnet.

00:35:50: Er ist ein zentrales Gewürz der marokkanischen Küche, zum Beispiel in Cuscus und traditionellen Gerichten.

00:35:57: Wäre ich nicht draufgekommen, wärst du draufgekommen, Ferdin?

00:36:00: Nee, hat er nicht mal die gleiche Farbe.

00:36:02: Dadurch, dass jetzt beide eigentlich eins zu eins, es steht eins zu eins zwischen euch beiden, wird sie jetzt in Stechen gehen.

00:36:10: Ah ja, dann.

00:36:11: Ich hab hier was für euch, eine Stechfrage.

00:36:14: Das sind quasi Multiplet-Choice-Fragen.

00:36:17: Ich würde sagen, Ferdinand beginnt.

00:36:21: Bist du bereit?

00:36:22: Ich bin bereit, ja.

00:36:22: Bis jetzt war das ja alles noch dürftig.

00:36:25: Aber mal gucken, ob wir es noch ausbügeln können.

00:36:27: In welcher marokkanischen Stadt befindet sich die älteste noch aktive Universität der

00:36:33: Welt?

00:36:34: A. Marrakesch.

00:36:36: B.

00:36:37: Fes.

00:36:38: C. Rabatt.

00:36:43: Ich würde sagen A. Marrakesch.

00:36:45: Das ist falsch.

00:36:47: Es wäre B gewesen.

00:36:49: Oh, okay.

00:36:49: Ich wusste tatsächlich auch, dass da die älteste Universität wirklich der Welt ist.

00:36:53: Aber ich habe mir auch nicht die Stadt gemerkt.

00:36:55: Aber ich hätte es auch nicht beantworten können.

00:36:57: Jetzt bist du dran, Leon.

00:36:59: Wie viele Moschinen gibt es ungefähr in Marokko?

00:37:02: Man muss sagen, Marokko ist vierhundert, sechsundvierzichttausend, fünfundhundfünfzig Quadratkilometer groß.

00:37:09: Mal sehen, ob das hier was bringt.

00:37:11: Da ist es.

00:37:11: Ah!

00:37:12: Zwanzigtausend Moschinen.

00:37:14: B. Vierzichttausend

00:37:16: Moschinen.

00:37:17: Oder C. Sechzigtausend Moschinen.

00:37:20: Ach du, meine Güte.

00:37:22: Es ist ja selbst zwanzigtausend, finde ich, so viel.

00:37:25: Aber du würdest die Frage ja nicht stellen, wenn ... dass nicht so viele wären.

00:37:33: Ich gehe jetzt einfach mal mit vierzigtausend.

00:37:35: Die goldene Mitte.

00:37:37: Das ist natürlich richtig.

00:37:38: Ja!

00:37:42: Rund vierzigtausend Moschelen gibt es davon etwa zweihundert mit Kuppel und Minarett, die besonders bekannt sind.

00:37:51: Ja.

00:37:52: Ich fand Leon's Abflussfrage leichter.

00:37:54: Jetzt

00:37:54: kommen wir nicht so.

00:37:55: Na

00:37:56: ja.

00:37:58: Beide

00:37:58: sind glaube ich schwer gewesen.

00:38:01: Also der Gewinner des Marokko-Quizz ist Leon.

00:38:05: Er

00:38:06: hat sich den Sieg geholt.

00:38:09: Für Ferdinand bedeutet das, du musst auf Instagram sagen, dass Leon schlauer ist als du.

00:38:16: Damit kann ich leben.

00:38:17: Das mache ich gerne.

00:38:18: Glückwunsch, Leon, zum Musik.

00:38:21: Danke, danke, danke.

00:38:23: Für Ferdinand

00:38:24: heißt das, du musst auf Instagram zugeben, dass Leon schlauer ist als du.

00:38:29: Also, ganz egal wie, du kannst eine Story machen, ein Reposten oder einen Beitrag.

00:38:35: Das ist dir

00:38:35: ganz überlassen.

00:38:36: Wir freuen uns schon.

00:38:38: Danke euch beiden fürs Mitraten und fürs Durchhalten.

00:38:42: In der nächsten Folge von Echt und Ungesalzen tauchen wir gemeinsam ein in die Geschichte von Pakistan.

00:38:48: Übrigens, jeden ersten Tag im Monat gibt's eine neue Folge für euch.

00:38:53: Auf keinen Fall verpassen.

00:38:55: Wir haben euch Marokko erklärt, der Rest liegt bei euch.

00:39:05: Das war echt und ungesalzen mit Leon Salzmann, der Sprecher, Postproduzent und Macher für alles, was uns so anfällt.

00:39:13: Ein herzliches

00:39:14: Dankeschön geht außerdem an

00:39:15: alle,

00:39:16: die an dieser Produktion beteiligt waren.

00:39:19: Beispielsweise Tim Balddorf, der mit sorgfältiger Recherche und Faktenchecks unter anderem die Grundlage für diese Folge geschaffen

00:39:26: hat.

00:39:27: Für die musikalische Gestaltung wie spezifische Musikbetten und Intros geht.

00:39:32: ein Dankeschön an Patrick Sabeda.

00:39:34: Und wir haben noch die Stimme im Hintergrund, die euch durch die Moderationen führt und die Voiceovers gesprochen hat.

00:39:41: Das bin ich,

00:39:42: Natalie Reils.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.